🐣 Naturbrut & Kunstbrut – zwei Wege zum Küken-Glück


Die Aufzucht von Küken ist ein besonders schöner Teil der Hühnerhaltung – voller Leben, Beobachtung und Verantwortung. Ob durch Naturbrut oder Kunstbrut, beide Methoden haben ihren eigenen Reiz – und beide können zu gesunden, lebensfrohen Jungtieren führen, wenn man einige Dinge beachtet.


🐔 Naturbrut – Aufwachsen unter der Glucke


In der Naturbrut übernimmt die Henne – wie z. B. unsere liebe Helena – die gesamte Brut- und Aufzuchtarbeit:


  • Sie sitzt zuverlässig 21 Tage lang auf den Eiern, wendet und wärmt sie instinktiv.
  • Nach dem Schlupf führt sie die Küken, zeigt ihnen, was fressbar ist, wo es Wasser gibt und schützt sie vor anderen Tieren.


🐥 Vorteile der Naturbrut:


  • Küken lernen das natürliche Verhalten von Anfang an.
  • Die Glucke reguliert die Wärme – keine Technik notwendig.
  • Das Sozialverhalten ist oft ausgeprägter und stabiler.


🔹 Wichtig: Die Glucke und ihre Küken sollten getrennt von der Hauptgruppe gehalten werden, damit die Kleinen ihre Ruhe haben und nicht unter die Füße der Großen geraten.


🔧 Kunstbrut – kontrollierte Aufzucht mit Technik & Herz


Wenn keine Glucke brüten möchte oder es besser planbar sein soll, kann man die Eier auch im Brutapparat ausbrüten. Nach dem 21-tägigen Brutprozess schlüpfen die Küken und brauchen dann sofort Wärme, Sicherheit und geeignetes Futter.


🐥 So wachsen unsere Küken nach der Kunstbrut auf:


  • Die Küken kommen in einen separaten Aufzuchtbereich, wo sie nicht von erwachsenen Hühnern gestört werden.
  • Eine Wärmequelle (z. B. Wärmelampe oder Heizplatte) sorgt für eine Temperatur von ca. 32–35 °C in der ersten Woche, danach wird sie wöchentlich um ca. 2–3 °C gesenkt.
  • Sie erhalten Kükenstarterfutter mit Kokzidienschutz, Muschelgrit und täglich frisches Wasser.
  • Der Bereich ist so gestaltet, dass sie sich jederzeit in eine ruhige Ecke zurückziehen können.


💡 Tipp: Wir legen viel Wert darauf, dass die Küken auch in der Kunstbrut möglichst naturnah aufwachsen, z. B. mit etwas Einstreu zum Scharren, ersten Grashalmen und früherem Kontakt zum Tageslicht.


Ob Naturbrut oder Kunstbrut – wir begleiten unsere Tiere mit Sorgfalt und Erfahrung durch diese wichtige Lebensphase. Gerne geben wir unsere Tipps weiter und helfen bei Fragen rund um Brut und Kükenaufzucht weiter.

🐣 Brutanleitung für Kunstbrut von Hühnern

Die Kunstbrut ist eine spannende und zugleich verantwortungsvolle Aufgabe. Mit etwas Geduld, Ruhe und den richtigen Bedingungen steht dem erfolgreichen Schlupf der Küken nichts im Weg.

Hier findest du eine einfache Übersicht und einige persönliche Tipps aus meiner Erfahrung.


 

🌡️ Brutverlauf im Überblick 

Tag 1–6 

 

  • Temperatur: 37,8 °C
  • Luftfeuchtigkeit: 45–60 %
  • Wenden: 3–4 × täglich
  • Lüften: ab Tag 4 – 1× täglich 10 Minuten
  • Hinweis: Ab Tag 4 mit dem Lüften beginnen

 

Tag 7–17 

 

  • Temperatur: 37,8 °C
  • Luftfeuchtigkeit: 45–60 %
  • Wenden: 3–4 × täglich
  • Lüften: 1× täglich 10 Minuten
  • Hinweis: Am 7. und 14. Tag Eier schieren (unbefruchtete aussortieren)

 

Tag 18 

 

  • Temperatur: 37,8 °C
  • Luftfeuchtigkeit: 45–60 %
  • Wenden: nicht mehr wenden
  • Lüften: 1× täglich 10 Minuten
  • Hinweis: Letztes Schieren vor dem Schlupf

 

Tag 19–21 (Schlupfphase) 

 

  • Temperatur: 37,8 °C
  • Luftfeuchtigkeit: 65–80 %
  • Wenden: nein
  • Lüften: nein
  • Hinweis: Luftfeuchtigkeit für den Schlupf erhöhen – Küken dürfen im Brüter trocknen

 

💡 Wichtige Hinweise und Tipps 

 

  • Flächenbrüter: benötigen etwa 0,5 °C mehr Temperatur als Motorbrüter.
  • Ich empfehle eine leicht niedrigere Temperatur (−0,1 bis −0,2 °C), statt zu hoch zu brüten. Zu hohe Temperaturen fördern Missbildungen und Schwächungen.
  • Eine etwas zu niedrige Temperatur verlängert die Brutzeit nur um etwa einen Tag, ist aber meist unproblematisch.
  • Nach dem 18. Tag sollte nicht mehr gewendet oder gelüftet werden, damit sich die Küken richtig positionieren können.
  • Nach dem Schlupf können die Küken problemlos einen Tag im Brüter bleiben, da sie sich in dieser Zeit noch vom Dottersack ernähren.
  • Die Brutmaschine sollte vor und nach jeder Brut gründlich gereinigt und desinfiziert werden.
  • Wichtig: Den Brüter nach dem 18. Tag geschlossen halten, bis alle Küken geschlüpft sind.
  • Diese Anleitung basiert auf eigenen Erfahrungen und dient als Orientierung. Jeder Brüter und jede Zuchtumgebung ist etwas anders – also vertraue ruhig auch auf deine bisherigen Erfahrungen.

 

❤️ Zum Schluss 

 

Die Kunstbrut ist jedes Mal ein kleines Wunder. Wenn man die Bedürfnisse der Eier und Küken beachtet, Geduld hat und sorgsam arbeitet, wird man mit gesunden, munteren Küken belohnt. 

Viel Erfolg und Freude beim Brüten! 🐥 



Henne oder Hahn? 

Federn sagen mehr als man denkt!

Viele fragen sich: Kann man eigentlich schon bei frisch geschlüpften Küken erkennen, ob es ein Hahn oder eine Henne wird? Die Antwort: Ja – zumindest bei bestimmten Rassen ist das möglich! Und das ganz einfach durch einen Blick auf die Flügelfedern.


Bei Hennen wachsen die Schwungfedern oft ein bisschen schneller – sie sind dann schon früh gut sichtbar und unterschiedlich lang. Bei kleinen Hähnen dagegen sind die Federn meistens noch kurz und eher gleichmäßig. Dieser Unterschied zeigt sich manchmal schon am ersten oder zweiten Lebenstag!


Verhalten & Entwicklung – etwas Geduld nötig

Wenn die Küken ein paar Wochen älter sind, zeigen sich Unterschiede ganz von selbst:


  • Hähne bekommen früher einen größeren Kamm, sind oft forscher und zeigen schon bald das erste Krähversuchchen
  • Hennen bleiben meist etwas ruhiger und unauffälliger



Damit du dir das Ganze besser vorstellen kannst, habe ich hier ein paar Beispielbilder zusammengestellt.

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